Alster-Hamburg

2 Tages-Tour von Havelberg (Breddin) über Tangermünde nach Burg

Claudia (5/2018), Berlin

Der Elberadweg ist für mich wohl der schönste Flussradweg überhaupt. Mit meinem Reisebericht möchte ich vor allem diejenigen ansprechen, die sich aus dem ein oder anderen Grund nicht an eine Mehrtages-Tour herantrauen. Ich bin 52 Jahre alt, vollkommen untrainiert und sehr stark übergewichtig und dennoch liebe ich meine Radtouren zwischen 50 und 75 km/Tag. Und ganz besonders hat es mir der Elberadweg angetan.

Im Vorfeld habe ich eine Empfehlung beim Elberadweg-Abschnitts-Leiter per Mail eingeholt, welche Elbseite für mich die besseren Bedingungen bieten würde. (Sperrungen/Umleitungen etc.)

Claudia

Meine Tour startete bei herrlichsten Frühlingswetter am Bahnhof Breddin. Da die 13 km bis Havelberg überwiegend an einer Landstraße ohne Radweg entlangführen, würde ich den Bahnhof Glöwen empfehlen. Dies wären nur 8,3 km Anfahrt auf einem Landstraßen begleitenden, gut ausgebauten Radweg.

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Havelberg ist ein wunderschönes historisches Städtchen und wird viel als Start-, Ziel- und Zwischenübernachtungs-Punkt für Touren an der Havel und Elbe gewählt.
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Claudia

Von Havelberg ging es zur Fähre Werben. Die letzten ca. 300 m fährt man hier über altes Kopfsteinpflaster. Wird aber gleich mit einem grandiosen ersten Ausblick auf die Elbe belohnt.
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Claudia

Nach der Überfahrt, mit einem gutgelaunten Fährmann, war dies der eigentliche Start meiner Tour. Gleich im ersten Dorf sah ich die malerische alte Dorfkirche von Räbel.
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Claudia

Aller Stress der Großstadt fällt in dieser herrlichen Landschaft von einem ab. Die erste Bank diente direkt für meine erste Pause. Frühstücken im Sonnenschein an der Elbe. Herrlich. Ein altes Ehepaar aus Räbel, die auch mit den Rädern unterwegs waren, gesellte sich zu mir und wir unterhielten uns ein ganze Weile. Sie gaben Tipps für meine Fahrt und wollten mich auch zu sich nach Hause einladen. Ich bin auf der ganzen Tour immer wieder auf unglaublich offene und freundliche Menschen getroffen.

Claudia

Schilder weisen darauf hin, dass man im Naturschutzgebiet unterwegs ist. Wie passend, dass ich direkt hinter einem dieser Schilder meinen ersten Biber im Wasser schwimmen sah. Das war so ein friedlicher Moment und so ein wunderbares Erlebnis.
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Claudia

Der Mai ist sicher der schönste Monat. Ich habe noch niemals zuvor, so viele Robinienbäume blühen sehen. Ihr Duft und der des Holunders begleiteten mich über weite Strecken des Weges.
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Claudia

In Arneburg machte ich Pause auf dem Marktplatz. Hier ist ein schöner Platz zum Ausruhen.

Claudia

Auch hier blieb ich nicht lange alleine und 2 nette Damen aus dem Ort gaben bereitwillig Auskunft über Ihren Heimatort.
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Claudia

Durch Storkau ging es nach Hämerten. Hier gibt es einen ersten Ausblick auf das noch entfernte Tangermünde mit seiner großen Elbbrücke. Abends gelangte ich dann in mein Hotel mitten in der Altstadt von Tangermünde.
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Claudia

Was sehr schön ist, dass die meisten Touren-Radler, ob Familien, Einzel- oder Pärchen, recht aufgeschlossen sind. Gerade von den sehr sportlichen Fahrern erhalte ich immer wieder sehr positive Reaktionen.

Claudia

Nach einer erholsamen Nacht weckte mich das Klappern eines Storchenpaares, dass auf dem Eulenturm, mitten in der Altstadt brütete. Um 10 Uhr war ich gestärkt von einem guten Frühstücksbuffet wieder unterwegs.

Claudia

Nun begann der allerschönste Teil der Radtour.

Claudia

Zunächst ging es am Schloss vorbei runter an den Hafen.
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Claudia

Durch die Elbaue Jericho [Bild 14], die immer wieder einen herrlichen Ausblick auf die Elbe bot, fuhr ich durch kleine Dörfer, machte Rast an der Bockwindmühle Grieben. Hier wurde gerade ein Mühlenfest aufgebaut, und obwohl noch nicht geöffnet, bekam ich mein gut gekühltes alkoholfreies Weissbier. Und auch hier blieb ich nicht lange alleine. Radler und Einheimische gesellten sich dazu. Übrigens noch nie so ein liebevoll dekoriertes und sauberes WC in einem Vereinsheim angetroffen.
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Claudia

Kilometerweit führt der Weg an Robinienwäldern vorbei. In den Wiesen hatten Imker Ihre Bienenkörbe aufgebaut.
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Claudia

In Sandfurth machte ich Rast am Schifferdenkmal Sandfurth mit grandioser Aussicht.
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Claudia

Ein absolutes und unerwartetes Highlight waren die Auwiesen an der Alten Elbe bei Kehnert/Treuel. Hier führt der Elberadweg in einem großen Bogen herum. Niemals zuvor habe ich so viele Seerosen blühen sehen. Es war ein Traum, ein absoluter Traum.
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Claudia

Voller wunderbarer Eindrücke nahm ich die Fähre von Rogätz um dann die letzten Kilometer zum Bahnhof Burg zu fahren.
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Claudia

Ich würde mir sehr wünschen, dass ich mit diesem Reisebericht die Begeisterung über Radtouren an der Elbe weitergeben könnte, insbesondere an Menschen, die bisher zwar davon träumen, aber nicht den Mut finden alleine so eine Tour anzugehen.